logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Donnerstag, 17.02.2005

addblue zieht um

Dieses Blog zieht um. Eine Bekannte hat mir die Gelegenheit gegeben, auf ihrem Webspace ein Serendipity-Blog aufzusetzen, und deswegen ist addblue in Zukunft bzw. ab sofort unter neuer Adresse zu finden.

http://blog.lebensunfaehig.org/addblue

Die Kommentare zu den Artikeln sind leider beim Export flöten gegangen...

Wir sehen uns auf der anderen Seite!

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Samstag, 29.01.2005

Gedankenflash: Medis

Wenn man sich heute so umhört und umsieht, besonders in Arztpraxen, fragt man sich, ob es noch irgendwen gibt der nicht regelmässig Medikamente nimmt. Von irgendwas müssen die Umsatzzahlen der Pharmaindustrie ja kommen ... und auch die Kosten der Gesundheitsindustrie. Natürlich ist es böse (tm) beides zusammen in einem Satz zu erwähnen...

Fangen wir doch einfach mal bei mir an. Und ich denke, ich komme trotz diverser Zipperlein noch ganz gut davon. Also...
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Freitag, 10.12.2004

Schreibend Struktur finden

So lange ich denken kann schreibe ich. Seltsamerweise habe ich es dabei nie geschafft, konsistent Tagebuch zu schreiben - obwohl ich sehr gern schreibe. Und wenn ich mal eine Weile Tagebuch geschrieben habe, fand ich die Aufzeichnungen Jahre später so unerträglich, dass ich sie vernichtet habe. Oder so schmerzhaft. Irgendwo wartet noch eine Kiste Briefe meines bald-Ex-Mannes auf mich *seufz*.

Dabei (beim Vernichten) hat mir überraschend auch meine Mutter geholfen, indem sie eine Kiste Briefe meiner früheren besten Freundin weggeworfen hat, der ich sehr intensiv (von Hand) geschrieben hab. Ausgerechnet meine Mutter, die immer sagt, ich würde (a) zuviel aufheben und (b) zu schnell Persönliches wegwerfen (ja wattennnu?). Vermutlich hatte sie recht... wie ich schon mal irgendwo festhielt, sind Tagebücher geronnene Erinnerungen. Geronnene Fehlschläge. Eine Dokumentation des Versagens. Gleichzeitig neige ich eben auch zu 'burning all the bridges'. Ein sauberer Schnitt ist besser als gar keiner. Besser ein Ende mit Schrecken...
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Sonntag, 21.11.2004

Drei

Vor drei Jahren wollte ich sterben. Nein, das ist verzerrend. Sterben wollte ich in den vergangenen drei Jahren so manches Mal. Und will es im Grunde immer noch. Ein oder zwei Mal haben mich nur gute Freunde davon abgehalten. Auch in der Zeit davor war die Auseinandersetzung mit der Frage 'Weiterleben oder nicht' für mich ein ständiger Begleiter.

Vor drei Jahren hatte ich Anlass und Gelegenheit. Eine in vieler Hinsicht nervzerreissende, furchtbare Woche lang starrte ich Nacht für Nacht von einem kleinen Hotelbalkon 11 Stockwerke nach unten auf eine Betonplatte, fragte mich Nacht für Nacht ob ich dann auch tot sein würde. Den Beton tatsächlich treffen. Oder irgendwo an der Hauswand hängenbleiben, irgendwie überleben, und als Krüppel mein bereits jetzt schon nicht mehr lebenswertes Dasein fristen würde. Ob es ein Leben nach dem Tode gäbe und was zum Teufel mich überhaupt am Leben hielt. Wozu ich gut bin. Ob es nicht für alle Beteiligten am besten wäre, gewesen wäre, immer noch ist, wenn mein Leben ein Ende hat. Die Frage steht immer noch zur Beantwortung aus. Wahrscheinlich bis zum Tag da ich sterbe, egal wie.

Drei Jahre und ein paar Monate ist das her. Wenn ich schlafen konnte hatte ich Alpträume. Alpträume die einem das Blut erstarren lassen, von Mord und Totschlag, grässlichen Unfällen, Verstümmelungen, Attentaten - gewalttätig, blutig, schrecklich. Und immer waren ich oder meine Lieben darin verwickelt. Ich weiss nicht was schlimmer war: Schlafen oder nicht schlafen. Oder das Begreifen, dass niemand für mich da sein würde, konnte, wollte. Dass ich wahrhaft mit mir und meinen Ungeheuern allein war.

Drei Jahre... heute ist mir vieles klarer, etwa was mein Unterbewusstsein mir sagen wollte. Dass ich verzweifelt aus einer Lage entkommen wollte, aus der ich keinen Ausweg wusste, ausser dass ich oder jemand der mir nahestand Schreckliches erleiden müsste, sterben müsste. Gestorben ist niemand, ausser einer grossen Liebe und einem Lebensplan und einer Menge Unschuld. Heute, drei Jahre später, bin ich von meinem Mann getrennt, meine Scheidung steckt (hoffentlich) in der letzten schmutzigen und abschliessenden Phase. Und ich frage mich, ob es das alles wert war. Die Tränen, den Zweifel, die Verachtung und den Hass für sich selbst. Den Kummer, den Schmerz, das Leid, den Stress...
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Freitag, 05.11.2004

Es werde... Filter

Als Gott den Menschen erschuf, wurden die Gaben gar unterschiedlich verteilt. Nicht nur, was die Grösse von Brüsten oder Nasen angeht, die Dicke der Haare oder die Intelligenz... auch was die Filterfunktionen angeht.

Während ich angesichts der Welt da draussen annehme, dass ich bei Sprache und Intelligenz deutlich über dem Durchschnitt score, liege ich bei den Filtern irgendwo auf den allerletzten Plätzen. noch weiter hinten kommen eigentlich nur noch Autisten. Und manchmal denke ich, in vieler Hinsicht reagiere ich selbst autistisch.
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Dienstag, 19.10.2004

5 years 9 month and three days in the life of...

me. Zumindest kommt es mir so vor. Dabei waren das gestern, als ich dies hier auf dem Laptop im Bett tippte, gerade mal 9 Stunden und ein paar Minuten die ich von meiner Mutter beglückt wurde.

*schreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii*

Fassen wir mal zusammen. Ihr ist langweilig, sie muss ständig unterhalten werden, alle was wir, besonders ich, tun, wird prinzipiell mit Mißbilligung beäugt. Nach nunmehr 1 Arbeitstag sind alle irgendwie unverfänglichen Gesprächsthemen erschöpft...

Gestern:
Abholen in Stillhorn. Fahrt durch die Stadt. Sie hört schlecht & ich soll ihr sagen wo sie langmuss. Ich dreh das laut plärrende Radio (NDR 1 Niedersachsen, sowas wie Roger Whittaker) leise, sie laut, das Spiel wiederholen wir. Es regnet, sie beklagt sich über das Wetter, singt das Hohelied der schwierigen Orientierung in der bösen bösen Stadt...

Smalltalk in Wohnzimmer und Küche. Erstes Meckern dass die Wohnung aussieht als würden wir gerade umziehen und vorwurfsvoll, wir würden ja nur am Computer hängen. Mühselige Versuche, sie mit Doku im TV kurz abzulenken; Pläne für die Woche...

Abendessen; Linsensuppe mit Fenchel findet nach anfänglichem Zweifel doch Anklang. Los zum Theater, Alma Hoppe, wo heute Improvisationstheater läuft - The Hidden Shakespeare. Natürlich sind wir zu früh. Draussen giesst es, Muttern langweilt sich, ich bin irgendwie mal wieder schuld.

Mir hat das Theater gefallen, mein Schatz fands zT langatmig; aus Mama is nix rauszukriegen. Müdes ins Bett verziehen... jetzt nur nicht nochmehr Krampfunterhaltung.

Fahre extra für Mam meinen Rechner runter, da er ihr zu laut rauscht, nehme den Schleppi mit ins Bett. Hab vergesen mir einen Bob Ross draufzuziehen *brumm*.

Heute:
Mein Schatz erwägt beim morgendlichen Abwasch (sans moi) sie zu erwürgen.
Stadtbummel, die Sonne kommt raus. Schanzenviertel. Galao & Süsskram im Sul auf Schanze, Bummel durch Cucinaria; zu Fuß bis Messehallen; Trip durch Oschätzchen, einen Superedelfoodshop. Die Lage eskaliert bei der unentschlossenen Frage nach dem Mittagessen & ich flippe aus. Ich bin es so leid für irgendwen den Entertainer und Entscheidungsfinder zu spielen, die Tatsache,dass mein Liebster auch unentschieden ist und ich mich von allen Seiten kritisiert fühle gibt mir den Rest.

Mein Liebster erzählt mir dass sie zu ihm sagte, sie sei das schon gewöhnt. Kunststück. Vor knapp 3 1/2 Jahren bin ich auf Mallorca ausgeastet als Mami & Ehemann sich von mir alle Entscheidungen abnehmen liessen, ihre jeweilige Wichtigkeit bei mir gegeneinander ausspielten und ich die Gelackte war. Irgendwie kam das wohl wieder hoch. Mein Liebster war etwas von den Socken; meine Mom hat es mit der gewohnten Nonchalance wegignoriert. War ja früher schon so, dass über Unangenehmes besser nicht geredet wurde...

Der Rest Nachmittag ist dann dank guten Essens bei bok und Trip zu Hagenbeck erträglich, auch wenn der stete Strom von zu lautem meist hirnlosem Geplapper und ständigem an allem rumkritteln alles besser wissen zu allem ihren Senf abgeben und das dauernde Gefühl von 'Du bist ein Loser und machst alles falsch' an mir sägt - feilt - nagt.

Zu Hause. Heisses Bad und Flucht für eine gnädige Dreiviertelstunde ins Bett. Sie motzt vorhersehbar zum zweiten Mal an den gebrochenen Kacheln auf dem Küchenfussboden und erst sehr nachdrückliches Erklären, dass daran weder etwas zu amchen ist noch ich das vorhabe stoppt sie. Vorerst... :(

Während mein Herz Sachen fürs Abendessen vorbereitet, meckert sie, er möge doch erst den 'Mist von heute mittag' (gemeint war der Abwasch von 9 Uhr) wegräumen, was er aus Trotz ignoriert.... ich könnte die Wand hochgehen. Natürlich kann ich den Topf nicht richtig hinstellen, wer den Dunstabzug nicht anstellt ist sowieso ein Vollidiot... warum kann sie nicht mal 5 Minuten einfach die Klappe halten.

Abendessen... ein Gespräch zum Thema Selbständigkeit über die sie alles weiss obwohl sie nie selbständig war. ich würge das Ganze deutlich ab und sage dass ich es nicht diskutieren wil, eine evtl. Selbständigkeit meinerseitsi st kein Thema das ich ansprechen sollte - das wusste ich...

Jetzt schau ich SFU. Sie mags nicht. PAL.

Sonntag, 10.10.2004

die nackte panik

stell dir vor du bist ohne job... hast kein geld... weisst nicht wovon deine nächste miete bezahlt wird. du bist ein loser. du hast nichts ordentliches gelernt. deine jobs machen dich krank. deine einzig tragbare hose geht in fetzen. dein körper (die seele sowieso) spielt verrückt, streikt. du gehst an deinem SEIN kaputt. du rotierst über dein dasein und wie es beruflich und mit dir und deinem leben - irgendwie - weitergehen sollte, könnte... was fehlt da noch?

richtig. elternbesuch. je länger desto besser.

eine woche lang vorwürfe, ausgesprochene wie unterschwellige, das dauernde gefühl des du-enttäuschst-mich, du taugst nichts, du bist nicht gut genug. 7 tage und nächte in denen dein leben nicht mehr dir selbst gehört. in denen du unterhalten sollst, wenn du viel lieber schreien oder stumm in einer ecke sitzen möchtest. in denen das letzte was du gerade fertigbringst ist dauerhaft das liebe nette funktionierende kind zu sein. aber genau das von dir erwartet wird. (sic! kind. du bist 35... aber wen interessiert das schon, dass du dein leben nicht allein leben kannst beweist du mit deiner unfähigkeit, ehemann, job, geld beisammen zu halten ja schliesslich täglich, mit deinem inakzeptablen äusseren und lebensstil, einfach dadurch dass du du bist). schliesslich ist mama ja nicht alle tage zu besuch da kannst du dich ja mal ein bisschen mehr anstrengen. dein haushalt sieht aus, wie ein ads-haushalt eben aussieht. dein leben liegt in trümmern. kannst du nicht makeup auflegen? einen bh tragen? warum musstest du die scheidung einreichen (das geht mich ja nichts an und ich mische mich nicht ein aber schau mich an die ich seit 40 jahren tapfer mit einem mann verheiratet bin der seit fast ebensolang mit einer anderen lebt...)

du möchtest weinen dich betrinken und kotzen. oh mein gott ein bulimischer anfall... wie verlockend das gerade klingt.

ich weiss nicht wie ich das überlebe und ob ich es überleben will. ich bin davon überfordert aber ich kann nichts dagegen tun.

will nicht kann nicht weiss nicht mehr weiter. warum gerade jetzt warum ich warum überhaupt. warum leben.
warum tut das alles so verdammt weh.

Donnerstag, 16.09.2004

verlaufen

der weg ist das ziel, aber mein weg führt im kreis durch den nebel. wer bin ich und was soll ich hier? war das alles?

seit tagen, nein seit 4 wochen warte ich drauf, das ich die unterlagen (kopie der lohnsteuerkarte, entgeltnachweis) für die arbeitsagentur von meinem noch-arbeitgeber bekomme. natürlich ist bis heute nichts da. eine rückfrage ergibt, dass der entgeltnachweis nun endlich vom chef freigezeichnet ist. kopie der lohnsteuerkarte? fehlanzeige. bei der geschwindigkeit mit der da gearbeitet wird - die chefsekretärin ist in urlaub, die vertretung überfordert, der chef in kürze wieder auf mallorca - kann es sich nur noch um wochen handeln.

was wohl das arbeitsamt sagt? verzeihung die bundesagentur.

meine anwältin ruft an. montag ist der scheidungstermin. die unterhaltsfrage ist nicht geklärt - hat sie wohl geschlafen. der gegnerische anwalt ist unbekannt und ohne handy verreist, nicht dass das ohne akte was nützen würde. falls die sache nicht bis prozeßtermin geklärt ist, kann ich entweder den unterhalt in den wind schiessen oder die scheidung oder ich muss die klage gesondert führen, was bedeutet ich muss auch die prozesskosten dafür tragen. fraglich ob sich das lohnen würde. wenn der gegner schlau ist sitzt er es aus. ich kanns mir ja auch leisten auf irgendwas zu verzichten, ich habs ja dicke.

mein schatz ist von mir überfordert. ich breche in operative panik aus weil ich gehaltsbescheinigungen für 5 monate anbringen muss und ich seit monaten keine unterlagen vernünftig abgelegt habe. er fühlt sich von mir gestresst und genervt und will eigentlich was anderes tun, wobei ich ihn störe. er hilft mir dann doch und das problem ist in kürze gelöst, aber ich fühle mich völlig daneben. ich belaste ihn mit meiner unfähigkeit bloss; es belastet unsere beziehung. und ich fühle mich ein stück weit allein gelassen, missverstanden. mal wieder der unfähige freak. ich bin eine erwachsene frau, ich kann auf mich selbst aufpassen, mich um mich selbst kümmern, ok, message delivered. ist ja recht so. ich kanns auch alleine. *zähnezusammenbeiss*.

es kann so nicht weitergehen aber es wird ohnehin nicht weitergehen. ich hab keinen job kein einkommen und ich weiss einfach nicht mehr weiter. ich kann nicht mehr und ich will so nicht mehr weiter, es geht einfach nicht. kein ziel kein sinn und kein weg aus der misere. wo sollte ich auch hingehen. im kreis... immer und immer wieder im kreis... umherirren, laufen, gehetzt davonrennen und doch nie irgendwo ankommen. I'm lost.

Mittwoch, 08.09.2004

Schau mir in die Augen, Kleines

Inspiriert von einem Kommentar hier denke ich über soziales Miteinander nach.

An meinem Ex (der meines Erachtens ein Ultra-Hypie ist wie er im Buche steht) hat mich selbst das immer irrsinnig genervt, dass er unfähig war, Leuten in die Augen zu schauen. Heute weiss ich, dass ich das nur geringfügig besser kann als er und das wohl nicht seine Schuld war... im intimen Gespräch irritiert das nichtsdestotrotz gewaltig, und es ist schwer zu kapieren dass das Gegenüber nicht völlig uninteressiert und egomanisch seinen Gesprächspartner ignoriert...

Ich gehe durchs Leben und bin oft so in Gedanken versunken dass ich die Welt um mich herum nur rudimentär wahrnehme. Ich weiss, das klingt paradox, weil mich doch die Umweltreize ziemlich ablenken und nerven. Trotzdem ist es so, gerade wegen der Ablenkung. Ich gehe zur Post (ein paar Straßenecken weiter). Denke angestrengt über etwas nach das mir gerade durch den Kopf geht, gehe an Leuten vorbei. So etwa 50 Meter nachdem ich an einer Nachbarin vorbeigetrapst bin registriert mein Hirn die visuelle Wahrnehmung und ordnet das Gesicht einer Person und einem Sozialverhalten - höflich grüßen - zu. Da isses naturgemäss zu spät... und meine Nachbarn halten mich vermutlich für ein unhöfliches Trampeltier.
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Montag, 06.09.2004

Position: Beobachter

Ich weiss nicht wann es anfing. Ich habe an meine Kindheit extrem wenige Erinnerungen, die meisten davon stammen wohl von Fotografien und Geschichten die mir erzählt wurden. Eine Freundin hat mich wegen meiner kaum vorhandenen Kindheitserinnerungen schon gefragt, ob ich vielleicht missbraucht wurde... ich denke nicht, es war niemand da der mich hätte missbrauchen können. Vielleicht ist es einfach so, dass meine Kindertage vor der 5. oder 6. Klasse nicht aufregend genug waren um sich dran zu erinnern.

Ich weiss aber, dass ich Zeit meines Lebens nur eine Handvoll Freunde hatte, eigentlich immer nur 1 oder 2 Personen, die ich wirklich als 'Freunde' hätte bezeichnen können. Und ich kann nicht behaupten, dass ich aktiv auf diese Freundschaften hingearbeitet hätte. Ich hätte wohl gern mehr Freunde gehabt und habe oft die beneidet, die tolle Freundschaften hatten - hatte das Gefühl, dass mich niemand mag, ich nirgendwo hineinpasse. Ich fühlte mich stets allein, als Aussenseiter. Zu irgendwelchen Cliquen und Gruppen habe ich nie dazugehört, mich nie zugehörig gefühlt, bin auch nicht zu solchen Gruppen eingeladen gewesen. Dass ich als einzige strengen Erziehungsmaßstäben unterlag, die für andere nicht galten, machte die Sache nicht eben einfacher... Irgendwie schienen sich immer alle schon von woanders zu kennen und mit mir nichts zu tun haben zu wollen.

Ein, zwei Mal habe ich verzweifelt versucht Anschluß zu finden. Im einen Fall, einem Sportverein, war ich alsbald das dumme Mobbing-Opfer, ich wurde gehänselt und geärgert und terrorisiert wo es nur ging (natürlich glaubten mir weder Eltern noch Trainer - es war alles meine Schuld). Im anderen Fall stellte ich bald fest, dass es mir in der ach-so-tollen Clique zu blöd war. (Ach ja, und dann waren da noch die Pfadfinder. Ein Abend bei einem Treffen reichte, um in mir eine akute Allergie gegen organisierte Freizeitgestaltung mit militärischem Drumrum und Bohei auszulösen... jedermann dort nahm sich und seine Abzeichen und Gruppen und Ränge und Regeln so wahnsinnig wichtig... natürlich war ich nie wieder dort.)
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